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Die Geschichte
des RAD als Gesamtorganisation zu schreiben ist schwierig.
Im RAD waren Frauen und Männer in zwei selbständige
Organisationen untergliedert, die im eigentlichen
Sinne wenig miteinander zu tun hatten. An der Praxis
der Geschlechtertrennung im RAD zeigen sich die konservativen
Vorstellungen des frühen 20. Jahrhunderts über
die Rolle von Mann und Frau in der Gesellschaft deutlich. |
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Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Auf diese Geschlechtertrennung wird in den Abschnitten
zur Geschichte des RAD tiefer einzugehen sein. Hier nur
die wesentlichsten Unterschiede zusammengefaßt:
- in der Reichsleitung des RAD gab es eine eigene Abteilung
für den RADwJ, die die Belange der Frauen relativ
selbständig bearbeitete - diese Mitarbeiterinnen
waren fast bis Kriegsende nur Konstantin Hierl persönlich
verantwortlich und mußten ihre Arbeit nicht den
Belangen der Männer unterordnen;
- während sich die Organisation der Männer in
Gaue, Gruppen und einzelne Ar-beitsdienstabteilungen untergliederte,
strukturierten sich die Frauen in Bezirke, Lagergruppen
und Frauenlager;
- die Frauen hatten eine eigene Dienstgrad-Hierarchie,
eigene Uniformen und Orden, eine eigene Dienststrafordnung,
eine eigene Gesundheitsorganisation, ein selbständiges
Führerinnen-Schulungssystem mit eigenen Schulungsstätten;
nur in Verwaltungsangelegenheiten wurden Männer eingesetzt,
die die Ausgaben des RADwJ mit dem Gesamthaushalt des
RAD im Reich abglichen.
Die Frauen unterschieden sich von den Männern aber
auch in ihrem Lagerleben erheblich. Sie hatten einen unterschiedlichen
Tagesablauf, unterschiedliche Freizeittätigkeiten,
unterschiedliche Inhalte im politischen Unterricht.
In den zentralen Arbeitsaufgaben finden sich erhebliche
Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten.
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Frauen
wie Männer wurden vor allem in der Landwirtschaft
eingesetzt. Arbeit der Männer konzentrierte sich
auf Neulandgewinnung, Melioration, Ödlandkultivierung,
Wegebau und Forstarbeiten. Die Frauen sollten vor
allem einzelnen Bauernfamilien direkt helfen. Sie
versorgten die Kinder, halfen im Haushalt und bei
der Ernte. |
| Die Erntehilfseinsätze
der Männer waren dagegen Sonderaktionen, die
Konstantin Hierl nur auf Bitten des Landwirtschaftsministers
genehmigte. |
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